Stadtentwicklung nicht den Bauträgern überlassen !

                                 

Einem beliebten Naherholungsgebiet für Spaziergänger und Kleingärtner aus Friedrichsort droht das Aus.

Das Gelände zwischen Koloniestrasse und An der Schanze (ehemals Laboratoriumsredoute Friedrichsort) soll zur Bebauung durch einen Bauträger freigegeben werden.

 

Der Ortsbeirat Pries/Friedrichsort unterstützt das geplante Bauvorhaben auf dieser Fläche, in dessen Zuge 12 Kleingärten und zahlreiche Bäume und Grünflächen bis auf 2 große Linden weichen müssen. Ein Erhalt der unter Denkmalschutz stehenden Linden ist bei einer Bebauung nicht möglich (s.a. Stellungnahme).


Seitdem die Pläne des Ortsbeirates bekannt wurden, taten sich Ende August 2011 spontan mehrere Bürger aus Friedrichsort zusammen und setzen sich energisch für den Erhalt dieses einzigartigen Geländes mit historischem Hintergrund ein.

 

Friedrichsorter Bürger im Alter von 20 bis über 80 Jahren informierten Ihre Mitbürger und sammelten in kürzester Zeit über 1250 Unterschriften zum Erhalt der Redoute und übergaben sie am 07.09.2011 in der Ortbeiratssitzung dem Ortsbeirat.

Die Ortsbeiratsvorsitzende Birgit Wellendorf stellte daraufhin die Unterschriftensammlung in Frage und warf den Initiatoren vor, daß die Unterschriften  nicht repräsentativ seien und unter Verwendung falscher Angaben eingesammelt wurden.

 

Richtig ist aber, dass 85 % der über 1250 unterschriebenen Personen aus Friedrichsort kommen, 14 % aus Kiel und nur 1% aus anderen Regionen. Niemand ist  überrumpelt worden oder unter Verwendung falscher Angaben, dass die Linden weichen müssten, zur Unterschrift überredet worden.

                                                      

Ohne den Bürgerwillen zu respektieren wurde dann vom Ortsbeirat in der Sitzung am 5.10.2011 der Stadt Kiel grünes Licht für weitere Planungen zur Bebauung der Redoute gegeben.

 

Dies Alles läßt nur einen Schluß zu :

 

In Kiel werden demokratische Grundprinzipien mit Füßen getreten und Bauvorhaben auf höchster Ebene abgesprochen. Der Ortsbeirat/die Ortsbeiräte sind nur noch ein Mittel zum Zweck !

 

Wozu brauchen wir Politiker als Volksvertreter, wenn sie in Netzwerken kommunaler Interessens-gemeinschaften verstrickt sind und mit der Immobilienverwertung mehr koalieren als mit den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern ?

 

Statt sich um die eigentlichen Aufgaben zu kümmern, z.B. eine vernünftige Kinder- und Jugendpolitik (bei über 10 % arbeitslosen Jugendlichen) voranzutreiben und immer mehr perspektivlosen Jugendlichen eine Chance zu geben, gehen Einzelinteressen vor. Ein Lidl-Markt wird gebaut, jetzt müssen auch mehr Kunden her, Naherholungsgebiete mit kulturhistorischer Bedeutung wie die Friedrichsorter Redoute müssen dafür weichen!!

 

Wir fordern daher, Bürger frühzeitig in Planungsprozesse miteinzubeziehen und ihre Bedürfnisse und Forderungen ernstzunehmen.

 

                                                                                                

      Friedrichsorter Redoute um 1920
                                                             

 

 

                                             Die Redoute heute: eine Grünfläche mit Erholungswert

 


 

 
                                                                                                                                                                                        
  

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          

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