Antrag der Bürgerinitiative, gestellt am 07.12.2011 im Ortsbeirat Pries/Friedrichsort

 

 

Hiermit beantragen wir als Friedrichsorter Bürger/innen das Vorhaben der Bebauungsplanung der Friedrichsorter Redoute einzustellen und die schützenswerte Grünfläche als Bürgerpark einzurichten

     

Friedrichsorter Bürger/innen beauftragen den Ortsbeirat Pries/Friedrichsort damit folgende Aufträge zu prüfen:

    

-         Aufnahme der Redoute in die Erhaltungssatzung Alt-Friedrichsort

 

-         Aufbereitung der kulturhistorischen und naturräumlichen

          Bedeutung der Redoute durch Informationstafeln

 

 -        Integration der Redoute in die bestehenden Wanderrouten

 

-         Pläne zur Bebauung zu verwerfen und Erhaltung der Redoute als 

          Bürgerpark 
 

 

Erläuterung:

 

Wir beantragen, dass auf der Grünfläche der "Laboratoriums-Redoute" ein Begegnungspark mit einem Hinweis-Schild zur geschichtlichen Entwicklung "Alt-Friedrichsorts" eingerichtet wird.

Mit den riesigen alten und unter Denkmalsschutz stehenden Linden, befindet sich hier eine unmittelbare grüne Naherholungsfläche. Dort, wo sich zahlreiche schützenswerte Vögel und Tiere aufhalten, stand Generationen von Kindern die Redoute als öffentliche Spielfläche zur Verfügung. Menschen unterschiedlichster Herkunft begegnen sich hier. Kleingärtner nutzen seit 1870 hier schon ein Dutzend Kleingärten. Die Linden können bei einer geplanten Bebauung laut eines Baumgutachtens nicht erhalten werden.

 

Eine Studie von 1986, herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein und vom Baudezernat der Landeshauptstadt Kiel - Stadtplanungsamt hat zudem den aus denkmalspflegerischer Sicht zunehmenden Verlust historisch bedeutsamer Flächen und Gebäude in Alt-Friedrichsort bemängelt (z.B. Kolonie Prieser Höhe, alte Kaserne inkl. Hof, alte Garnisons-Schule und Apotheke in der Möhrkestraße, heute Spielplatz), zu dem auch die Laboratoriums-Redoute, auf der 1975 die letzten Gebäude abgerissen wurden, gehört.

Als Rückzugsgebiet der dänischen Soldaten in zahlreichen Kriegen gegen die Schweden und dann von Preußen als Laboratorium (Bau 1866/68) und auch für Gottesdienste (1870-1875) genutzt, stand die Redoute immer im unmittelbaren Zusammenhang mit der Festung Friedrichsort (1632-37 erbaut), der Garnisons-Kirche (1875) und dem alten Marine-Lazarett (1875), der heutigen Lern-Werft, die als denkmalsgeschützte Gebäude das Herz von Alt-Friedrichsort ausmachen.

"1866-1868 entstanden hinter der heutigen Straße "An der Schanze" (damals ein Weg zur Festung) die im Rechteck angeordnete Laboratoriums-Redoute, die 500m von der alten Festung entfernt lag."

Neben einer Nutzung für Bürger/innen jedes Alters kann mit einer teilweisen Freilegung der alten Wall-Reste ein weiterer touristisch interessanter Begegnungs-Ort errichtet werden. Es könnte z.B. einmal jährlich ein Frühsommer- oder ein Mittsommerfest organisiert werden. Der aus denkmalspflegerischer Sicht historisch bedeutsame gepflasterte Weg zur Redoute, der zu dem besonders schützenswerten "Alt-Friedrichsort" gehört, würde sich anbieten für das historische Hinweis-Schild.

Um die Studie von 1986 zu zitieren " Eine Verklammerung der Festung mit dem Siedlungsbereich würde den Zusammenhang zwischen der Festung als Keimzelle Alt-Friedrichsorts einerseits und der später auf sie ausgerichteten Siedlung andererseits bewußter machen".

Daher wäre auch eine Anbindung des Fördewanderweges an die Festung Friedrichsort am Skagerrak-Ufer wünschenswert, zumal das MFG 5 in Kiel-Holtenau 2012 aufgelöst wird und hier auch ein weiterer touristisch attraktiver Wanderweg um die Kieler Förde herum entstehen kann.

 

Kiel, den 07.12.2011

 

                                                                                                                                                                                                                 

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