Über die "Redoute" und den Widerstand gegen die Bebauung ist in der Vergangenheit vielfältig in der lokalen Presse, vornehmlich in den Kieler Nachrichten, berichtet worden. In den Artikeln wurde oft falsch, bzw. einseitig tendenziös berichtet.

Zahlreiche Leserbriefe Friedrichsorter Bürger wurden leider nicht veröffenlicht.

Der Vollständigkeit halber finden sie hier, jeweils im Anschluß an den Pressebericht, einen Platz.

  

Kieler Nachrichten vom 09.09.2011

"Pläne stoßen auf Widerstand"

 

Wozu brauchen wir Politiker als Volksvertreter, wenn sie in Netzwerken kommunaler Interessensgemeinschaften verstrickt und mit der Immobilienverwertung mehr koalieren als mit den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern. Statt sich um die eigentlichen Aufgaben zu kümmern, z.B. eine vernünftige Kinder- und Jugendpolitik (bei über 10 % arbeitslosen Jugendlichen) voranzutreiben und immer mehr perspektivlosen Jugendlichen eine Chance zu geben, gehen Einzelinteressen vor. Ein Lidl-Markt wird gebaut, jetzt müssen auch mehr Kunden her, Naherholungsgebiete mit kulturhistorischer Bedeutung wie die Friedrichsorter Redoute müssen dafür weichen!! Zudem wird hier ein bekannter Investor verschwiegen, Bürger werden durch den Ortsbeirat beschimpft, belogen, es werden zu kleine Räume für diese brisanten Themen gewählt (Kulturladen Leuchtturm mit bis zu 20 Plätzen). Alte Menschen und Frauen mit Kindern mussten stehen. Hier findet keine moderne Politik auf Augenhöhe mit den Bewohnern/innen statt, dafür gibt es bereits andere politische Bewegungen, denen diese scheinbar restriktive Vorgehensweisen Wählerstimmen  zuspielen werden.

Karsten Lübbe

karstenluebbe@googlemail.com

 

 

Kieler Nachrichten vom 03.01.2012

"Die Redoute ließ die Emotionen hochkochen"

 

Guten Tag sehr geehrte KN-Redaktion, guten Tag Frau Krause,
mit Bedauern habe ich ihren veröffentlichten und von Frau Krause geschriebenen Artikel ueber "Die Redoute liess die Emotionen hochkochen" vom 03.01.2012 in KN/Lokal gelesen und fordere sie auf, eine Gegendarstellung zu veröffentlichen.
Ich wohne seit langer Zeit (mehr als 40 Jahre) in dem Kieler Stadtteil Pries/Friedrichsort, bin seit 30 Jahren ehrenamtlich in Sportvereinen aktiv und wohne mit meiner Familie in unmittelbarer Nachbarschaft zu der Redoute.
Ich habe auch bereits gegen die unsinnige Flughafenerweiterung vor etwa 10 Jahren gekämpft.
Als Heranwachsender habe ich sogar Ihre Zeitung im Ortsteil verteilt und eigentlich war ich auch regelmässiger KN-Leser, jetzt bin ich aber echt enttäuscht!
Wir stellen vielleicht in den ORB/Sitzungen unangenehme Fragen. Haben wir vielleicht zu sehr Wahrheiten gesagt über bestehende private Interessen, schon vor der Tür stehende Investoren und wirtschaftspolitische Vernetzungen?
Sie haben einfach schlecht recherchiert und gegen  Prinzipien des "Pressekodex" verstossen. In einer Sitzung im November habe ich bereits nachgefragt, was mit der kulturhistorischen Bedeutung der Fläche der Redoute sei, ich bekam bis jetzt keine Antwort.
Ich habe bei der letzten ORB-Sitzung im Dezember eine beigefügte Stellungnahme uebergeben, in der wir u.a. die Stadtteilstudie von 1986 zitieren, in der der Wegfall von historisch bedeutsamer Gebaeude und Flächen bereits vom Landesamt für Denkmalsschutz kritisiert wurde. Der ORB versprach, die Anregungen prüfen zu lassen;
Nur 2 Beispiele, die bisher nie erwaehnt wurden:
1. Es wird ja als Argument fuer eine Bebauung die Überalterung mit wenigen Familien mit Kindern im Stadtteil erwähnt, es wohnen aber 21,7 % unter 15-jährigen im Stadtteil im Vergleich zu durchschnittlich 17 % in Kiel. So unattraktiv kann der Stadtteil also garnicht sein für Familien.
2. Es wird behauptet, dass der Stadtteil nicht interessant genug ist für Geschäftsansiedlungen, dann verstehe ich nicht, dass ein 6. Lebensmittelmarkt durch LIDL eröffnet wurde und 6 Bäcker hier existieren können.
Bei dem letzten Info-Stand, den wir vor den Weihnachtstagen in Friedrichsort organisiert haben, haben wir sehr viel und überwiegenden Zuspruch erhalten, vor allem zur Natur- und Artenvielfalt (Fledermäuse, Uhu, Buntspecht, Singvögel, Wanderkröten, Blindschleichen und Haselmaus). Dass eine zunehmende Boderversiegelung ökologisch bedeutsame Folgen hat, haben jüngst sogar Bundesumweltministerium und das Landesumweltministerium Schleswig-Holstein kritisiert. Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein erkennt die Beeinträchtigung der Lebensraum- und Erholungsfunktion durch die zunehmende Siedlungstätigkeit:

Die Siedlungstätigkeit des Menschen schränkt den Lebensraum von Pflanzen und Tieren ein. Versiegelung der Bodenoberflächen verhindert das Pflanzenwachstum. Straßen zerschneiden Lebensräume und stellen unüberwindbare Barrieren für viele Tiere dar.

Schreibt die KN nur das, was politisch gerade ins Kalkuel passt und sind Buergerbewegungen eine die Demokratie hier bedrohende neuzeitliche Entwicklung? Sollte die Politik nicht vielmehr die direkten Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger befürworten und ernst nehmen und in einen direkten Dialog mit ihnen gehen oder sind wir mittlerweile alle blind geworden mitten in einer digitalen und medialen Welt?. Bei mir oder uns hat sich bisher nie jemand von den KN, geschweige denn vom ORB oder ein Ratsmitglied gemeldet. Ganze 2 Leserbriefe wurden zum Thema veröffentlicht.

Hier scheint aber in umgekehrter Weise wie zur aktuellen Thematik mit unserem Bundespräsidenten, eine bürgerschaftlich aktive Bewegung oeffentlich diskreditiert zu werden. Was unterscheidet uns dann von den russischen Zuständen, die nur eine Meinung gelten lassen, wollen wir uns nicht lieber uns auf unsere freiheitlich/demokratischen Grundprinzipien berufen und sollte ein Medium wie die schreibende Presse sich nicht auch an ein wenig mehr Objektivität halten?

Wem nützen sensationslüsternde Medien, die nur dann aktiv werden, wenn sich durch über das zu berichtende Ereignis die Einschaltquote und der Absatz erhöhen lässt? Oder geht es Kiel so schlecht, dass Grünflaechen wegmüssen, Kindern ihr natürlicher Bewegungsraum genommen wird und Kleingärtner ihre Grünflaechen aufgeben müssen, noch ein Möbelmarkt entstehen muss und denkmalsgeschuetzte Linden verschwinden müssen, Zeitzeugen des 18. - 21. Jahrhunderts.

Brauchen wir nicht viel mehr solcher mündiger Bürger in Zeiten der Politikverdrossenheit und der individualistisch geprägten Gesellschaft, die mit Liebe sich Sorgen um ihre Umwelt und nachbarschaftliche Tierwelt, ihre Nachbarn und die Historie ihrer Umgebung, aber auch über die geliebte soziale Marktwirtschaft machen?

Frohes neues Jahr und Gute Nacht Deutschland

Karsten Lübbe

karstenluebbe@googlemail.com

 

 

Sehr geehrter Herr Bockemühl,
In der Ausgabe der KN vom 3.1.2012 berichtet ihre Mitarbeiterin Frau Petra Krause über den Stadtteil Friedrichsort. In dem Artikel "Die Redoute liess die Emotionen hochkochen"lässt sich Frau Krause zu den Ortsbeiratssitzungen aus. Den Artikel im Allgemeinen möchte ich lieber nicht kommentieren, muss aber auf einen inhaltlichen Fehler hinweisen.
So behauptet Frau Krause : 

"Auch hier sei erinnert: Die Informationsbeschaffung zum Beispiel eines Sitzungstermins ist

eine Hol- und keine Bringeschuld. Und die Ankündigung über das Internetportal der Stadt reicht. "
Ein kurzer Blick in die Geschäftsordnung für die Ortsbeiräte belegt, dass diese Behauptung keinesfalls den Tatsachen entspricht. Dass in den Sitzungen des OBR Kritik und Vorwürfe mit dreisten Behauptungen und Unwahrheiten abgebügelt werden, durfte ich ja schon erleben. Dass sich dieses nun auch in der Tagespresse fortsetzt und von Ihrer "Berichterstatterin" die unwahren Behauptungen des OBR unreflektiert nachgeplappert und Bebauungsgegner als Verschwörungstheoretiker diffamiert werden, zwingt mich leider nun dazu, dieses Thema wieder aufzugreifen.
Ich würde Sie bitten, zu recherchieren und die oben zitierte Behauptung von Frau Krause auf Richtigkeit zu überprüfen.
Dann würde ich ein Treffen anregen, wo wir gemeinsam überlegen, wie Sie das wieder gerade rücken können.

Mit freundlichen Grüßen

Torsten Knudsen, Friedrichsort

 

  

  

Kieler Nachrichten vom 19.01.2012

"Der Vormarsch der Wutbürger"

  

Offener Brief an die Lokalredaktion der Kieler Nachrichten

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Geist,

Sie haben in den letzen Tagen eine Reihe von zum Teil einseitig tendenziösen Artikeln im Zusammenhang mit Berichten aus Ortsbeiräten veröffentlicht. Wir beziehen uns hier auf den Artikel Ihres Redakteurs Martin Geist: „Der Vormarsch der Wutbürger“ sowie seinen Kommentar „Mehr Respekt“, KN vom 19.01.2012.
Herr Geist, reicht es denn wirklich nicht zu einer differenzierteren Betrachtungsweise, als dass Sie wieder einmal das Bild des „Wutbürgers“ bemühen müssen? Dieser platt diffamierende Begriff, journalistisch aufgekommen im Zuge der Stuttgart 21-Debatte („Wort des Jahres 2010’ und in Folge vorgeschlagen zum „Unwort des Jahres 2010“), würdigt in keiner Weise, dass es sich bei den so Dargestellten überwiegend um engagierte Bürger handelt, die sich für ihren Stadtteil, ihre Stadt, ihr Land einsetzen, um etwas positiv zu verändern oder auch zu bewahren. Wenn auf Missstände hingewiesen wird, wenn politisches Handeln vorbei an planerischen Vorgaben oder wider das Gemeinwohl kritisiert wird, dann hat das sicher alles andere als mit Wut zu tun. Sie verschweigen, dass ganz überwiegend fachlich fundiert, konstruktiv, sachgerecht und eben sehr oft auch überzeugend argumentiert wird. Nicht selten erarbeiten sich Bürgerinitiativen eine fachliche Expertise, die so manchem Mandatsträger zur Ehre gereichen würde. Dass es auch einmal emotional werden kann, wenn trotz des gerade von Seiten der Politik immer wieder eingeforderten bürgerschaftlichen Engagements und aktiver Teilhabe an demokratischen Prozessen keine echte Mit-/Wirkung erzielt werden kann, Bürger-, Kinder- und Jugendbeteiligung zur reinen Formsache verkommen, wenn kein Gehör gefunden wird oder wenn Bürger eben billigst in die ‚Wut-Ecke’ gestellt werden, das ist wohl mehr als nachvollziehbar. Also bitte: Ab damit in die journalistische Motten-Kiste! Oder, um es mit Barbara Supp zu sagen, die „MutBürger“ sind ein Segen für die Demokratie!

Mit freundlichen Grüßen

gez.

Förderverein Spiel- und Begegnungsfläche Hasenholz e.V.
Bündnis Bürgerbeteiligung Kiel
BI Uhlenkrog-Rampe
Initiative Grüffkamp, Friedrichsort
Bürger für Redoute
IniGaarden
Anwohnerinitiative Virchowstraße
Kleingärtnerverein Kiel e.V. von 1897
BUND Kreisgruppe Kiel (AG Möbel Kraft)
NABU Kreisgruppe Kiel
Occupy Bewegung Kiel
Interessengemeinschaft für Lärmschutz Siedlung Hasselrade
Wir in Kiel e.V.

 

 

Brüssel - Berlin - .... Friedrichsort ???? Sollte auch hier der Wille des Volkesmit Füssen getreten werden ... am Besten noch alternativlos ? So wurde vom Ortsbeirat Pries-Friedrichsort im Schweinsgalopp die weitere Planung der Bebauung der Redoute vorangetrieben.Um den Anspruch auf die Vertretung des Allgemeinwohls und die Mehrheitsinteressen im Stadtteil erheben zu können, mussten allerdings noch mal eben die über 1000 Unterschriften gegen die Bebauung auf übelste Weise diskreditiert und abqualifiziert werden. Ein taktisch wohl notwendiger Zug, doch zu einem hohen Preis.  Agieren in rechtlichen Grauzonen, undurchsichtige Interessenlagen und dürftige Argumente führten zu einer Woge der Empörung - so entsteht der Wutbürger. Möglicherweise wird der Ortsbeirat in Kürze mehr Bürgerbeteiligung im Stadtteil bekommen, als ihm lieb ist .

Torsten Knudsen, Friedrichsort

  

 

 

Landeszeitung 13.03.2012

 

 

 

 

 

 

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