Über die Friedrichsorter Redoute

Text und Illustrationen mit freundlicher Genehmigung von Georg Spielvogel, Friedrichsort 2012

 

Der Marinepfarrer Schorn schrieb 1901 in seinem Buch,,Friedrichsort" u.a. ,,Nach dem Kriege 1866 wurde unter der Oberleitung der königlichen Festungsbaubehörde - dieser Behörde entspricht die heutige Fortifikation - mit dem Bau von neuen Wohn - und anderen Dienstgebäuden außerhalb der Friedrichsorter Festung begonnen und zwar nach einem bestimmten Bebauungsplan, als dessen Vollendung das heutige Friedrichsort zu betrachten ist."

 

 

                           Situationsplan von Friedrichsort 1898 mit Festungsanlage

 

 

Der erste Bau, der in Angriff genommen wurde, und zwar im Oktober 1866, war die Laboratoriumsredoute. Dieselbe, zur Anfertigung der Marinemunition bestimmt, wurde im Jahre 1868 fertig gestellt, jedoch nur die hierzu erforderlichen Gebäude. Die Umwallung wurde erst später angelegt.

 

 

                                            Blick aus Richtung Festung auf die Redoute 1926

 

 

                                         Eingang zur Redoute    (heute Christianspries 9-11)

 

 

 

Das Jahr 1888 brachte für Friedrichsort folgende bauliche Veränderungen:

Die  Laboratoriumsredoute, welche inzwischen als Festungswerk ausgebaut war, wurde als solches sowie als Munitionsfabrik aufgegeben. Nach Entfernung der auf ihnen befindlichen Erddecken wurden die dort befindlichen Gebäude als Kasernements oder als Wohnungen flur verheiratete Angehörige der Garnison

eingerichtet.

Auf dem ehemaligen Gießhaus der Redoute errichtete die Garnisonverwaltung im Jahre 1893 die Brieftaubenstation. Die Leitung derselben liegt in der Hand eines älteren Unteroffiziers der I. Matrosendivision. Diesem ist die Pflege und Erhaltung der Tauben sowie deren Ausbildung, die streng planmäßig durchgeführt werden muß, anvertraut. Soweit Marinepfarrer Schorn.

 

 

 

Ab 1919 wurden die Gebäude der Redoute zivilen Zwecken zugeführt. Neben der Vermietung der Räume an Familien erhielt die Friedrichsorter Freiwillige Feuerwehr im südlichen Gebäudetrakt Räume zur Unterbringung der Gerätschaften. Auf dem Hof erstellte die Feuerwehr einen hölzernen Turm für

Übungszwecke und zum Trocknen der Schläuche. Chef der Feuerwehr war der,,Pächter" Hans Prühs, eine Respektsperson, deren Erscheinung das gesellschaftliche Leben am Ort maßgeblich prägte. In guter Erinnerung habe ich aus meiner Kindheit die in der Redoute wohnenden Familien Peters, Schmidt,

Mukaitis, Schubert und Müller.

  

1975 sind die Gebäude ohne Vorankündigung abgebrochen worden. Das Gelände wurde weitgehend eingeebnet. Der Baumbestand auf der Hoffläche blieb erhalten und das Randgelände in Kleingartenparzellen eingeteilt. Es entstand hier eine gepflegte blühende Anlage.

 

 

 Heute sind noch Fundamente der ehemaligen Anlage zu sehen. Ein Stück Friedrichsorter Geschichte.

 

 

 

Es ist anzustreben-in Ergänzung der vorhandenen Kleingärten- hier auf dem früheren Redoutenhof unter Einbeziehung des vorhandenen Baumbestandes eine Parkanlage zu schaffen. Eine Bebauung des Restgeländes mit Wohnungen oder gewerblichen Gebäuden sollte strikt abgelehnt werden.

 

Georg Spielvogel , Friedrichsort 2012

 

 

  

 

 

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